Alles im grünen Bereich
Zimmerpflanzen für ein ideales Wohnklima
Frisches Grün im Zimmer entspannt und hellt die Stimmung auf. Doch Zimmerpflanzen wirken auch aktiv für das Wohlbefinden: Sie wandeln ausgeatmetes Kohlendioxid in Sauerstoff um, bauen Schadstoffe in der Raumluft ab und stabilisieren die Luftfeuchtigkeit.
Der beruhigende Effekt von Pflanzen mag seinen Ursprung in Urzeiten haben, als ihr Anblick Sicherheit und Nahrung signalisierte. Heute ist er wissenschaftlich nachgewiesen: Wer seinen Blick über grüne Pflanzen schweifen lässt, bei dem sinkt der Blutdruck, während Atmung und Puls sich beruhigen. Diese Wirkung tritt bereits binnen Minuten ein.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Farbe Grün – und das nicht nur, weil sie als positiver Kontrast wahrgenommen wird. Pflanzen beeinflussen das Umgebungslicht, da sie überwiegend die grünen und gelben Bereiche des Spektrums reflektieren. Diese Färbung empfinden Menschen als besonders angenehm, zudem verringert sie die Ermüdung der Augen. Auch in anderer Hinsicht senken Pflanzen den Stresspegel. Ihre unregelmäßige Form macht sie zu hervorragenden Schallschluckern, die Nebengeräusche ausfiltern und Halleffekte in großen Räumen unterdrücken.
Lebende Luftbefeuchter
Statistiken aus Unternehmen zufolge tragen Büropflanzen massiv dazu bei, den Krankenstand niedrig zu halten. Typische Beschwerden wie Erkältungen, trockene Haut, Augenreizungen oder Müdigkeit sanken in einigen Studien um fast 40 Prozent, sobald die Räume mit frischem Grün ausgestattet wurden. Verantwortlich für das Wohlfühlklima sind die Stoffwechselprozesse der Pflanzen.
An erster Stelle steht die Wasserverdunstung über die Blätter. Auf diese Weise geben Pflanzen einen Großteil des Gießwassers an die Raumluft ab. Rekordhalter ist das Zyperngras, das bis zu 97 Prozent der aufgenommenen Wassermenge verdunstet. Auch die Zimmerlinde ist ein guter Feuchtigkeitsspender.
Für Menschen ideal ist eine relative Luftfeuchtigkeit von 45 bis 55 Prozent in Innenräumen. Zimmerpflanzen sind ein eleganter Weg, diesen Wert zu erreichen: Ist die Luftfeuchtigkeit hoch genug, reduzieren sie ihre Verdunstungsrate von selbst. Ausreichende Luftfeuchtigkeit tut nicht nur den Schleimhäuten gut, sie steigert zudem die Behaglichkeit. Bei unter 30 Prozent Luftfeuchtigkeit etwa empfinden die meisten Menschen selbst eine Raumtemperatur von 22 Grad als zu kalt, bei 45 Prozent sind dagegen schon 20 Grad angenehm. So lassen sich im Winter Heizkosten sparen.
Gesundes Blattwerk
Als Nebeneffekt der Verdunstung sinkt der Staubgehalt der Raumluft, weil die Staubteilchen als Kondensationskerne Wasser sammeln und durch das erhöhte Gewicht zu Boden sinken. Zusätzlich fangen vor allem Pflanzen mit haarigen oder mit einer Wachsschicht überzogenen Blättern Staub direkt aus der Luft. Damit entziehen die Pflanzen zahlreichen Mikroorganismen, die Allergien auslösen können, den Hausstaub als Nährboden.
Allergiker können auch aus einem anderen Grund aufatmen, denn gesunde Zimmerpflanzen sind keine Quelle von Allergenen. Sie beherbergen keine schädlichen Pilze, die Sporen an die Raumluft abgeben. Blühende Zimmerpflanzen verteilen, wie Experimente belegen, ihre Pollen nicht im Raum.
Grüner Katalysator
Pflanzen nehmen Kohlendioxid auf und produzieren dafür Sauerstoff. Darüber hinaus bauen viele Pflanzen gesundheitsschädliche Stoffe ab, die etwa aus Möbeln und Textilien ausgasen oder sich in Zigarettenrauch befinden. Substanzen wie Benzol, Formaldehyd oder Trichlorethen werden auf zwei Wegen reduziert. Zum einen nehmen Pflanzen diese Schadstoffe über die Spaltöffnungen ihrer Blätter auf und verstoffwechseln sie. Zum anderen gelangen die Substanzen in die Erde oder das Pflanzsubstrat der Töpfe und werden über die Wurzeln aufgenommen oder durch Bodenbakterien verarbeitet.All diese Vorzüge machen Zimmerpflanzen zu einem unverzichtbaren Baustein für ein gesundes Raumklima. Zugleich erlauben sie vielfältige Möglichkeiten der Raumgestaltung, sei es das Setzen von Akzenten oder der Einsatz als natürlicher Raumteiler.
Etwas mehr als Luft und Liebe: Pflanzenpflege leicht gemacht
Nur wenn es Zimmerpflanzen gut geht, leisten sie Ihr Optimum bei der Verbesserung des Raumklimas. Es bedarf nicht viel, um die grünen Helfer bei Laune zu halten. Auf ein paar Dinge sollten sie allerdings achten. Jede Pflanze hat ihren Lieblingsplatz – manche mag es warm und sonnig, manche steht lieber im Halbdunkel. Stellen Sie Töpfe entsprechend dieser Vorlieben auf und versetzen Sie sie nicht.
Gießen und düngen Sie die Pflanzen regelmäßig, berücksichtigen Sie dabei aber deren unterschiedliche Ansprüche: Während das Zypergras als Sumpfpflanze keine Probleme hat, wenn ihm das Wasser bis zum Topfrand steht, mag Efeu es lieber nur ein wenig feucht, und ein Ficus benjamina wirft empört seine Blätter ab, wenn es ihm zu nass wird. Ebenso verschieden ist der Nährstoffbedarf. Manche Pflanzen blühen bei karger Kost auf, andere brauchen öfter Blaukorngaben, wenn es ihnen gut gehen soll.
Staunässe ist noch in anderer Hinsicht ungesund. Bildet sich auf der Pflanzenerde Schimmel, leidet nicht nur die Zimmerpflanze. Schimmelsporen in der Raumluft können auch bei den Bewohnern Gesundheitsprobleme verursachen.
Einmal im Jahr sollten Sie Ihre Pflanzen umtopfen. Nur wenn ihre Wurzeln genug Platz haben, gedeihen sie gut. Entfernen Sie außerdem regelmäßig abgestorbene und verwelkte Blätter und Blüten, damit die Zimmerpflanzen Wasser und Nährstoffe für ihr Wachstum verwenden können.
Grüne Helden
Diese Pflanzen eignen sich besonders gut zur Verbesserung des Raumklimas, indem sie Schadstoffe und Schwebteilchen ausfiltern, speichern und abbauen sowie die Luftfeuchtigkeit erhöhen:
- Bogenhanf (Sansevieria trifasciata)
- Chrysantheme (Chrysanthemum morifolium)
- Drachenbaum (Dracaena deremensis warneckii und Dracaena marginata)
- Echte Aloe (Aloe barbadensis)
- Efeu (Hedera helix)
- Efeutute (Epipremnum aureus)
- Einblatt (Spatiphyllum)
- Gerbera (Gerbera jamesonii)
- Grünlilie (Chlorophytum elatum)
- Kolbenfaden (Aglaonema modestum)
- Philodendron (Philodendron selloum)
- Purpurtute (Syngonium podophyllum)
- Zypergras (Cyperus alternifolius)

